Aufbruch und Ankunft

Während im Rheinland die Vorbereitungen für den Karneval in vollem Gange waren, trafen sich 4 Karnevalsflüchtige  im ICE nach Frankfurt bei lauwarmem Bier, um von Frankfurt non-stopp Richtung Osten auf die Malediven zu fliegen. Die Malediven liegen im indischen Ozean, das Klima dort ist tropisch mit hoher Luftfeuchtigkeit. In Malé, der Hauptstadt der Republik Malediven, waren es dann auch schon gleich 30 Grad wärmer als beim Abflug.

Von Malé aus gehen Inlandsflüge mit Propellermaschinen auf die weiter entfernten Inseln nach Norden und Süden. Unser anschließender Inlandflug mit einer Propellermaschine für ca. 30 Passagiere brachte uns nach Norden (IFURU) zum Ausgangspunkt unserer 14 tägigen Tauchsafari. Während des Fluges hatten wir bei klarer Sicht einen wunderbaren Blick auf die vielen Inseln und Atolle im wechselnden blauen Wasser. Fast 1.200 Inseln sollen es insgesamt sein, von denen aber nur ca. 220 von Einheimischen bewohnt sind. Touristen sind auf anderen Inseln untergebracht, dort dürfen Einheimische nur das Personal stellen.

Safarischiff, Dhoni, Zodiac …

An Bord unseres Safari-Schiffes angekommen, waren dann schnell die Kabinen bezogen und noch schneller die Automaten und Tauchsachen zurechtgelegt. Für die nächsten Tage würde diese kleine Flotte unser neues Zuhause sein: Schlafen, Essen, Wohlfühlen und Tauchen. Das 33m lange Schiff, die 10 Personen-Besatzung und auch die 14 anderen Taucher aus Russland, USA, Thailand, Italien, Schweiz können nur als sehr positiv beurteilt werden. Kabine mit eigener Dusche, WC, sehr gutes Essen und viel Platz für alle Aktivitäten. Selten haben wir so ein ruhiges Schiff ohne Kompressor- und Klimaanlagenlärm gehabt.

Das Tauchdhoni, mit Sonnendeck und Süßwasserdusche, ist nur für die Tauchsachen da, dazu noch ein kleines Zodiac zum rumfahren, Anker setzen und Landgänge machen.

Tauchen

3 x täglich konnten wir tauchen. Briefing in der Regel um 7, 11 und 15 Uhr.

Zur Verfügung standen  12 und 15 Liter Flaschen mit Luft oder Nitrox 32 %.

Checktauchgang mit Brille fluten, Wechselatmung und jeden Tag Boje setzen beim Auftauchen im Freiwasser.

Getaucht wurde überwiegend an Thilas und Riffen. Thilas sind Unterwasserberge welche ca. 10 m unter der Wasseroberfläche enden. Nitrox war hier wegen der besseren Nullzeit und Sättigung im 20-30 m Bereich von Vorteil, um nach Fischen Ausschau zu halten.

Getaucht wurde in 2 Gruppen, nach dem obligatorischen Strömungscheck ging es dann ins 28 °C warme Wasser. Die meisten tauchten in 3-5 mm Anzügen mit Kopfhaube. Ich hatte das Gefühl, dass ich mit Nitrox nicht so auskühlte wie mit Luft. Deshalb reichten mir für die 60 Minuten-Tauchgänge Kopfhaube und Shorty. Nur einmal, an einem Außenriff, wurde es merklich ungemütlich in der Sprungschicht; Strömung, Haie und nur noch 27°C.

Unterwasserwelt

Zu sehen gab es bei guten bis sehr guten Sichtverhältnissen viele Weich-und Hartkorallen.

Malediven sind Strömungs-Tauchgebiet. Deshalb wurde auch oft der Riffhaken gesetzt. Vorteil, man hängt am Seil in der Strömung und kann entspannter beobachten und filmen.

Immer wieder hat man Grau-, Weißspitzen-, Schwarzspitzenhaie gesehen.

Adlerrochen und Stachelrochen waren ständig anwesend.

An den Riffüberhängen lagen oft große Ammenhaie oder Schildkröten oder mal 30 Langusten, viele Schwarmfische, auch zum durchtauchen oder mittauchen.

Vergeblich haben wir 33 Tauchgänge nach dem Gitarrenrochen Ausschau gehalten.

Highlights unter Wasser

So hat jeder Tauchgang seine eigene Besonderheit. Ob kurz Schwertfisch gesehen, Langusten gezählt, Haie beobachtet oder Schneckchen gesucht.

Trotzdem: 3 Tauchgänge sind doch besonders erwähnenswert.

Der Tauchgang mit den Fledermausfischen, der Strömungstauchgang, bei dem es ganz langsam anfing und wir dann rasend schnell über das Riff geflogen sind.

Und zu guter Letzt, willkommen im Club der Mantas. So hatten wir das Glück in 20 m Tiefe, an einer Putzerstation max 3 und ständig 2 Mantas von 4m Spannweite auf Tuchfühlung 70 min. um uns, über uns und zwischen uns scheinbar schwebend zu haben (siehe Manta-Galerie unten).

Manta-Galerie

Abschied

Alle haben durchgehalten, 11 Tauchtage in 3 verschiedenen Atollen im Norden der Malediven. Nach 22 Std. Rückreise (ab Hanimaadhoo) sind wir wieder gut in Troisdorf, im Club angekommen.

Ralf, Nici, Herrmann-Josef und Dietmar

Autor: Ralf Pulinski, TL2 (SACT)